Das Theaterkollektiv per. Vers. ist ein Zusammenschluss professioneller Theaterschaffender unter der künstlerischen Leitung der Schauspielerin Julia Dillmann und des Regisseurs Christof Seeger-Zurmühlen mit Sitz in Düsseldorf. Das Kollektiv ist im Kern außerdem der Schauspieler Alexander Steindorf, der Komponist Bojan Vuletić, sowie die Bühnen- und Kostümbildnerinnen Monika Frenz und Kirsten Dephoff. Je nach Stück wird das Emsemble um weitere Spieler*innen und Musiker*innen ergänzt.

Die inszenierten Stadtexpeditionen des Kollektivs haben mittlerweile Tradition beim ASPHALT Festival Düsseldorf. Die Tour der sanften Tristesse (2012) und Düssel – eine Odyssee (2013) rücken die verschiedenen Mikrokosmen und weniger beachteten Orte der Stadt mit theatralen Mitteln ins Zentrum der Wahrnehmung. Mit den Projekten Ode an das Büdchen (2014), Düsseldorf Sous-Terrain (2016) und Babylon Im- und Export entwickelt das Kollektiv eine Reihe von Performances im öffentlichen Raum mit dem Fokus auf Stadt – am Beispiel der Landeshauptstadt Düsseldorf. Es thematisiert in theatraler Form Stadtplanung und -entwicklung, Gentrifizierung, die demokratischen und somit partizipativen Prozesse sowie das Recht auf Stadt.

Ein wesentlicher Bestandteil der Projektentwicklung besteht darin, dass sich das Kollektiv konsequent und intensiv mit den Stadtteilen und Orten in Düsseldorfer auseinandersetzt, Kontakt aufnimmt zu den Menschen, teilnimmt an deren Leben, sich in Bezug zu ihnen setzt, Vertrauen aufbaut und sie einlädt, als Akteure ihrer Geschichten am Projekt teilzuhaben. Die Stücke entstehen anhand von Recherchen, Interviews und eigenen literarischen Entwürfen. Es entsteht ein Geflecht aus Verbindungen zwischen den einzelnen Orten, den Menschen und ihren Geschichten, Fakten aus der Wirtschaft, soziologischen und ethnologischen Forschungen und satirischer Fiktion. Die Sprache ist eine verdichtete Kunstsprache. Bewegung und somit Fortbewegung ist elementarer und konzeptioneller Grundbaustein der Tour. Gereist wird sowohl zu Fuß als auch in einem Bus. Die Mitreisenden sind aktiv und selbst Teil der Inszenierung.

Zum anderen entwickelt das Kollektiv seit 2007 verschiedene musikalisch-lyrische Programme und Bühnenstücke. An Hand von starken literarischen Vorlagen werden Kleinstgeschichten, Balladen, Gedichte und Lieder miteinander zu eigenen Geschichten verwoben, dramatische Texte werden neu übersetzt und so in die Gegenwart geholt.